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LCC Profile sinnvoll sortieren

Vor einigen Wochen habe ich hier bereits ein Tutorial veröffentlicht welches Schritt für Schritt aufzeigt, wie sich Presets in Capture One sinnvoll ordnen und sortieren lassen. Nachdem ich vorgestern nun den Workshop zum Thema LCC-Profile verfasst habe bekam ich neben vielen positiven Rückmeldungen auch häufig die Frage: „Dein Workshop ist echt toll, nur leider ist die Art und Weise wie Capture One die Profile anzeigt nicht optimal. Bei vielen Profilen gibt es eine ewig lange Liste, aus welcher ich mir das Profil erst mühsam heraussuchen muss. Geht das nicht vielleicht auch einfacher?“. Die gute Nachricht: Ja! Allerdings, wie so oft bei Capture One, lässt sich dies nicht im Programm selbst steuern, sondern erfordert den Griff ins Dateisystem. Was genau getan werden muss, zeige ich in diesem Workshop.

Zunächst werden die LCC-Profile wie im Workshop hier detailliert beschrieben erstellt und entsprechend gespeichert. Sollen diese nun abgerufen werden, ergibt sich bereits bei nur zwei Objektiven eine vergleichsweise lange Liste welche das Finden des korrekten Profils unnötig erschwert.

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Da es sich bei den Objektiven im Beispiel um Festbrennweiten handelt, sind sogar noch wenige Profile hinterlegt. Ein einziges Zoomobjektiv würde die Liste bis zum Bildschirmrand anwachsen lassen. Soll der ganze Objektivpark profiliert werden, ist die Verwendung der Liste nicht praktikabel.

Glücklicherweise ist es möglich, sämtliche LCC-Profil in einer vernünftigen Form zu speichern welche es einfach macht, bei der späteren Arbeit das richtige Profil zu finden. Die Lösung hierfür sind Presets.

Im ersten Schritt wird das gewünschte LCC Profil aus der Dropdown-Liste ausgewählt und die gewünschten Korrekturen (im Regelfall Farbstich und Helligkeitsabfall) selektiert

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Anschließend wird über „Voreinstellungen“ -> „Sichere Voreinstellungen“ der nächste Dialog geöffnet

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Nun ist es möglich, die gewünschten Einstellungen in das Preset zu speichern. Sollten keine Korrekturen des Schärfeabfalls und der Verzeichnung vorgenommen worden sein so empfiehlt es sich, diese nicht im Preset zu speichern.

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Nach dem Klick auf „sichern“ öffnet sich der Speichern-Dialog. Bei der Vergabe des Namens wähle ich exakt die Bezeichnung des zuvor erstellten LCC-Profils. Achtung: Unbedingt den Standard-Speicherort belassen.

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Capture One legt das Profil nun in einem eigens erstellten „Lens Correction“ Ordner an. Dies ist wesentlich schöner als die ursprüngliche Ablageform, entspricht aber noch immer nicht meinen Anforderungen hinsichtlich schneller Auffindbarkeit. Um diese Anforderung zu erfüllen, geht es nun in das Dateisystem (Anleitung bezieht sich auf Windows 7). Um die entsprechenden Ordner sichtbar machen, wie folgt vorgehen:

Unter „Benutzer Voreinstellungen“ ist ein Teil-Abbild des Ordners „Presets 60“ aus dem Capture One Ordner. Um diesen Ordner sichtbar zu machen, muss unter Windows 7 zunächst das Anzeigen von versteckten Ordnern aktiviert werden. Hierzu den Windows Explorer öffnen und unter „Organisieren“ den Punkt „Ordner und Suchoptionen“ wählen.

Achtung: Trotz sorgältiger Recherche und mehrfacher vollkommen problemloser Anwendung der oben genannten Schritte möchte ich nochmals explizit darauf hinweisen, dass die Durchführung auf eigenes Risiko erfolgt. Von etwaigen Schäden und / oder Datenverlust möchte ich mich ausdrücklich distanzieren!

Dort kann nun unter der Registerkarte „Ansicht“ nach ein wenig nach unten scrollen der Punkt „Ausgeblendete Dateien, Ordner und Laufwerke anzeigen“ aktiviert werden.

Anschließend steht unter c:BenutzerBenutzername der Ordner „AppData“ zur Verfügung

Dort kann der Punkt „Local“ und anschließend „CaptureOne“ gewählt werden. Im Verzeichnis „Capture One“ befindet sich „Presets60“

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Im Ordner „Presets60“ gibt es das Unterverzeichnis „Lens Correction“, welches ein 1:1 Abbild der gesamten Objektiv-Presets ist. Unser zuvor gespeichertes Profil befindet sich nun direkt in diesem Verzeichnis. Um nun eine sinnvolle Struktur zu erstellen, einfach im Ordner „Lens Correction“ eine sinnvolle Ablagestruktur anlegen. Meine Vorgehensweise hierzu sieht folgendermaßen aus Kamera -> Objektiv -> Brennweite (bei Zoomobjektiv) -> Profil mit Blende. Direkt im Dateisystem sieht diese Logik, angewendet auf eine Festbrennweite, folgendermaßen aus:

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In Capture One ergibt sich anhand der erstellten Struktur nun folgendes Bild:

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Diese Struktur kann nun für jede beliebige Kamera / Objektiv / Brennweite Kombination übernommen werden und ermöglicht somit das schnelle Auffinden der erstellten Profile. Ein weiterer Vorteil ist, dass durch Bewegen des Mauszeigers über das Preset eine Live-Vorschau angezeigt wird. Somit kann, ohne das Profil tatsächlich zuweisen zu müssen, dessen Auswirkung auf das Bild überprüft werden.

Achtung Falle

Im Preset Dialog werden ausschließlich Ordner angezeigt, welche auch tatsächlich ein Preset enthalten. Wird im obigen Beispiel ein Ordner EOS 1D Mark II N erstellt ohne ein Profil dort zu speichern, so ist er im Preset Fenster nicht sichtbar. Sobald jedoch ein Preset dort gespeichert wird (einfach beim Speichern direkt den gewünschten Ordner wählen, die oberste Ebene musste nur beim erstmaligen Speichern selektiert werden), erscheint auch der Ordner.

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