Progrey-Filter im Test

Als passionierter Landschaftsfotograf nutze ich für meine Aufnahmen regelmäßig Filter. Die Gründe dafür sind vielfältig. Zum einen möchte ich beispielsweise mit einem Polarisationsfilter das Blau des Himmels besser herausarbeiten, zum anderen aber auch einen zu hohen Kontrastumfang bewältigen oder bei zu viel Licht für eine Reduzierung sorgen. Nach vielen Jahren mit meinem bisherigen Equipment war ich nun vor kurzem auf der Suche nach einer Erweiterung und Aufwertung meiner aktuellen Ausrüstung. Passend zu diesem Wunsch erhielt ich eine Nachricht von Lynn Radeka, welcher unter anderem auch den von mir genutzten Clear White Filter vertreibt, und bot mir einen Test der bei ihm erhältlichen Progrey Filter an. Meine Erfahrungen möchte ich nun gerne in diesem Beitrag vorstellen.

Einleitung

Viele befreundete Fotografen schauen mich bei gemeinsamen Fotoausflügen etwas belächelnd von der Seite an. Hintergrund dafür ist mein Faible für Filter in der Landschaftsfotografie. Da meine fotografische Laufbahn bereits zu Analog-Zeiten begann ist der Einsatz für mich obligatorisch, die Möglichkeiten der digitalen Bildbearbeitung haben mich in diesem Workflow keinesfalls beeinflusst. In diesem Beitrag möchte ich neben der Vorstellung der Progrey-Systems deshalb erläutern, warum ich so gerne Filter einsetze und zwar trotz der Möglichkeiten der digitalen Bildbearbeitung.

“Warum Filter, ich habe doch Photoshop?“

So oder so ähnlich höre ich viele meiner Fotofreunde immer wieder argumentieren, wenn ich meine Filter auf das Objektiv schraube. Klingt eigentlich auch logisch, denn viele Filter-Effekte lassen sich in der digitalen Nachbearbeitung tatsächlich sehr schön nachstellen, dies sogar noch wesentlich selektiver und flexibler als durch den Einsatz eines Filters. Dies gilt jedoch nicht pauschal, bestimmte Filter haben auch im digitalen Zeitalter ihre Berechtigung nicht verloren. Dazu gehören insbesondere Grauverlaufs- sowie Graufilter. Ersterer ermöglicht die Reduzierung des Kontrastumfangs durch Abdunkelung eines teil des Bildes, letzterer schluckt Licht und ermöglicht dadurch längere Belichtungszeiten.

Grauverlaufsfilter

Ein für mich unverzichtbares Werkzeug in der Landschaftsfotografie ist der Grauverlaufsfilter. Vereinfacht ausgedrückt handelt es sich dabei um eine rechteckige Scheibe, welche zu einem teil komplett durchsichtig ist, zum anderen teil eine grau Tönung erhält. Das Licht wird also unterschiedlich stark durchgelassen und dadurch wird es möglich, hohe Kontrastumfänge zu reduzieren und auf Sensor bzw. Film zu bringen.

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Ein klassisches Einsatzbeispiel für einen Grauverlaufsfilter ist das Aufnehmen eines wunderschönen Sonnenuntergangs vor einer atemberaubenden Landschaftsszenerie. Der Himmel mit der Sonne ist dabei sehr hell, die Landschaft hingegen aufgrund des Gegenlichts und der tiefstehenden Sonne dunkel. Kein derzeit am Markt erhältlicher Kamerasensor kann diesen hohen Kontrastumfang zuverlässig aufnehmen, entweder der Vordergrund, also die Landschaft, versinkt im dunkeln, oder aber der Himmel mit der tiefstehenden Sonne, frisst total aus und es ist nur ein heller Lichtfleck zu sehen.

Nun lässt sich in der anschließenden Nachbearbeitung häufig noch etwas retten, Lichter lassen sich abdunkeln, Tiefen aufhellen. Das Ergebnis ist ein bestenfalls durchschnittliches Bild, denn auch die beste Software kann keine Information wiederherstellen, wo keine vorhanden sind. Dies gilt in den Tiefen, ganz besonders aber auch in den Lichtern.

Bleiben wir beim oben genannten Beispiel, dem wunderschönen Sonnenuntergang vor der Landschaftsszenerie. Mit einem Grauverlaufsfilter wird es möglich, den Vordergrund korrekt zu belichten und somit alle Details zu erhalten und durch den getönten Teil gezielt den Himmel abzudunkeln, um auch dort alle Informationen auf den Sensor zu bringen. In der anschließenden Bildbearbeitung kann nun die Aufnahme noch gezielt weiter optimiert werden, der volle Umfang an Informationen steht zur Verfügung und kann genutzt werden.

Neutralgraufilter

Da investiert man hunderte Euros in lichtstarke Optiken und dann eine graue Scheibe davor schrauben? Je mehr Licht desto besser, oder?

Genesis-ND8Nicht generell, denn es gibt Situationen, in denen man gezielt den Lichteinfall auf den Sensor reduzieren möchte. Der Klassiker hierfür dürfte fließendes Wasser sein. Es kann seinen Charme haben, Wasser eingefrorenen und tropfengenau darzustellen. Manchmal ist es aber in der Landschaftsfotografie eher gewünscht, Wasser neblig und mysteriös darzustellen. Und genau hierbei kommt der Neutralgraufilter ins Spiel. Es handelt sich um eine rechtecktige, komplett grau getönte Scheibe, welche das auf den Sensor / Film fallende Licht reduziert. Dadurch wird es möglich, auch bei guten Lichtverhältnissen mit einer langen Belichtungszeit arbeiten zu können.

Neben dieser Möglichkeit gibt es aber noch eine weitere nützliche Einsatzmöglichkeit für einen Neutralgraufilter, welche ganz besonders in der Städtefotografie nützlich ist. Wahrscheinlich jeder Fotograf hat sich schon häufig darüber geärgert, dass bei der gewünschten Aufnahme eines schönen Bauwerks jede Menge Menschen „im Weg standen“ und das Ergebnis dadurch nicht so aussah, wie gewünscht. Mit einem Neutralgraufilter kann hier entgegen gewirkt werden. Durch die Verlängerung der Belichtungszeit werden Menschen in Bewegung nur noch verwaschen dargestellt, je stärker die Bewegung und je länger die Belichtungszeit desto weniger sind sie sichtbar.

Anforderungen an ein Filtersystem

Wie bereits zuvor geschrieben, gibt es für Landschafts- und Naturfotografen gewichtige Gründen für den Einsatz von Filtern. Auch Architekturfotografen können von einem Neutralgraufilter profitieren. Erwähnt habe ich ebenfalls, dass durch die Möglichkeiten der digitalen Bildbearbeitung der Einsatz von Filtern zwar nicht mehr so bedeutsam ist wie noch zu analogen Zeiten, für viele Zwecke die Nutzung aber dennoch hilfreich ist und bestimmte Effekte wie selektive oder komplette Reduzierung der Belichtung sich nur auf diesem Wege ohne Qualitätsverlust umsetzen lassen.

Meine Anforderungen an ein Filtersystem sind durchaus anspruchsvoll:

• Einschubsystem, um die Grauverlaufsfilter an den Horizont anpassen zu können
• Guten, wertige Verarbeitung
• Straffe Führungen, damit der einmal eingestellte Horizont beim Bewegen des Stativs nicht von selbst verrutscht
• Große Auswahl an unterschiedlichen Filtern, hiermit sind die Abstufungen der Belichtungen gemeint
• Verfügbarkeit geeigneter Adapterringe, um sämtliche meiner Objektive mit dem System verwenden zu können
• Vorhandensein von Slim-Adaptern, um auch Weitwinkel-Objektive ohne Abschattungen nutzen zu können

Das System von Progrey

Bei der Suche nach einem geeigneten System bin ich dabei auf jenes von Progrey gestoßen, welches in den USA von Lynn Radeka vertrieben wird. Für diesen Test erhielt ich von Lynn freundlicherweise ein Testpaket an Filtern, um ausführliche Feldversuche durchführen zu können. Zunächst aber ein paar Details zum System.

• Um möglichst vielen Objektivtypen gerecht werden zu können, gibt es von Progrey Filterhaltungen und Filter in unterschiedlichen Größen. Wer beispielsweise Ultra-WW Objektive einsetzen möchte (wie z. B. das Nikon 14-24mm oder das Canon 14mm L II) benötigt die Ausführung G-150X, welche Filter mit einer Größe von 150x150mm aufnehmen kann.

• Für Optiken mit geringerem Bildwinkel und Filterdurchmesser gibt es kleinere Ausführungen, eine detaillierte Übersicht mit Entscheidungshilfen findet sich direkt auf der Progrey-Website http://progreyusa.com/chart.htm

• Das Progrey-System umfasst filterseitig folgende Komponenten
⁃ Neutralgraufilter
⁃ Grauverlaufsfilter
⁃ mit weichem Übergang
⁃ mit hartem Übergang
⁃ Reverse Grauverlaufsfilter
⁃ Schraub-Neutralgraufilter

Für den Test standen mir folgende Komponenten zur Verfügung:

• Filterhalter G-100X
• Adapterring 82 auf 77mm Slim
• Adaptierung 82 auf 58mm
• Neutralgraufilter
⁃ 128X (7-fach)
⁃ 1000X (10-fach)
• Grauverlaufsfilter Soft (weicher Übergang)
⁃ 0,3
⁃ 0,6
⁃ 0,9
⁃ 1,2
• Grauverlaufsfilter Hard (harter Übergang)
⁃ 0,3
⁃ 0,6
• Grauverlaufsfilter Reverse
⁃ 0.9

Filterhalter G-100X

Das Kernstück eines jeden Steckfilter-Systems ist dessen Filterhalter. Für meinen Test stand mir die Variante G-100X zur Verfügung, welches Steckfilter mit einer Breite von maximal 100mm aufnehmen kann.

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Bereits beim Auspacken des Halters war ich angenehm überrascht, denn er kommt sauber verpackt in einer Neopren-Schutzhülle. Oft genug habe ich mich geärgert, dass die Komponenten lose in der Fototasche liegen und beim Transport im Rucksack durcheinander kommen.

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Beim näheren anschauen der Tasche direkt die nächste positive Überraschung, denn auf der Vorderseite befindet sich zusätzlich noch eine kleine, mit einem Reißverschluss versehene Einschubtasche. Im inneren dieser Tasche befand sich ein kleiner Beutel mit Ersatzschrauben sowie einem Inbus-Schlüssel.

Das Hauptfach beinhaltet wie erwartet den Filterhalter. Zusätzlich ist noch eine kleine Abtrennung vorhanden, welche weitere Filterbefestigungen enthält. Konkret ist es möglich, eine Halterung mit einem, zwei oder sogar drei Einschüben zu befestigen, diese sind direkt im Paket mit enthalten. Ein Feature, welches ich besonders mag, denn gerade auf weiteren Fototouren zählt jedes Gramm und so kann bereits zuvor entschieden werden, ob nicht vielleicht sogar nur ein einziger Filtereinschub ausreichend ist. Mit dem in der kleinen Einschubtasche befindlichen Inbus-Schüssel kann der gewünschte Aufsatz problemlos mit wenigen Handgriffen ausgetauscht werden.

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Insgesamt macht der Halter auf mich einen äußerst wertigen Eindruck, er ist sauber verarbeitet, weißt keinerlei Grate auf und ist robust gearbeitet. Ganz besonders hervorheben möchte ich die Filtereinschübe. Diese sind angenehm streng und ermöglich es so, auch freihand damit zu arbeiten ohne zu verrutschen. Durch eine straffe Führung wird es zudem auch möglich, Verlaufsfilter präzise zu justieren.

Adapterringe

Für die Befestigung des Filterhalters am Objektiv ist die Verwendung von Adapterringen notwendig. Diese verkleinern die Aufnahme des Halters auf den Durchmesser des Objektivs und ermöglichen so die Anbringung. Auf der Website von Progrey wird eine Vielzahl solcher Adapterringe angeboten, für meinen Test stand mir die Variante 82-77 Slim (für mein EF 17-40 L USM) sowie 82-58 (für mein Distagon ZE 35) zur Verfügung. Wie bereits der Filterhalter sind die Adapterringe sauber verarbeitet, Grate und Abschürfungen sucht man vergebens.

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G-150X  front-view

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Neutralgraufilter

Auf vieles könnte ich verzichten, keinesfalls jedoch auf einen Neutralgraufilter. Diese kommt regelmäßig zum Einsatz, sei es, um durch eine Verlängerung der Belichtungszeit Wasser oder Wolken zu verwischen, oder aber um auf belebten Plätzen Menschen verschwinden zu lassen. Vereinfacht ausgedrückt ist ein Neutralgraufilter eine dunkel getönte Scheibe, welche das auf den Sensor fallende Licht reduziert und somit auch bei Aufnahmen am Tag lange Belichtungszeiten ermöglicht.

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Fotografen stehen dabei unterschiedliche starke Ausführungen zur Verfügung. Für meinen Test stand mir ein 7-fach sowie ein 10-fach Filter zur Verfügung. Ersterer sorgt für eine Verlängerung der Belichtungszeit um 7 Blenden, letzterer gar um 10. Wäre die korrekte Belichtungszeit ohne Filter also bei 1/200 Sekunde, so kann sie mit Hilfe des Filter auf 5 Sekunden verlängert werden.

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Durch das Einschubsystem des Filterhalters ist es möglich, mehrere Neutralgraufilter gleichzeitig zu verwenden und somit extrem lange Belichtungszeiten auch bei strahlendem Sonnenschein zu realisieren. Die Kombination der mir für den Test zur Verfügung stehenden 7-fach und 10-fach Filter kann ich, um bei unserem vorherigen Beispiel zu bleiben, anstelle von 1/200 Sekunde 10 Minuten und 55 Sekunden belichten. Gerade bei stark bewölktem Himmel lassen sich somit wunderschön verwischte Wolkenstrukturen abbilden.

Im Test hat mich bei den Progrey-Filtern am meisten deren Farbneutralität beeindruckt. Die meisten Neutralgraufilter tendieren dazu, Farben mit zunehmender Belichtungszeit ins warme zu ziehen. Dies lässt sich selbstverständlich durch die Erstellung einer vorherigen Referenzaufnahme mit dem Clear White Filter oder aber im Raw-Konverter korrigieren, erfordert aber dennoch Mehraufwand. Selbst bei langen Aufnahmezeiten fiel die Verschiebung ins Warme sehr moderat aus, die Filter sind also farblich äußerst neutral. Die optische Qualität meiner Objektive wurden durch den Einsatz nicht merklich verschlechtert, also trotz Kombination von in Summe drei Einschubfiltern gab es nur eine minimale Verringerung der Schärfe.

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Grauverlaufsfilter

Zu analogen Zeiten gab es wohl kaum einen Landschaftsfotografen, der keine Grauverlaufsfilter in seiner Fototasche hatte. Mit dieser Art von Filtern wird es möglich, teile des Bildes abzudunkeln (üblicherweise den Himmel) und somit den Kontrastumfang des Motivs auf einen für den Film oder Sensor darstellbaren Umfang zu reduzieren.

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Grundsätzlich gibt es zwei unterschiedliche Ausprägungen von Grauverlaufsfiltern: Jene, bei welchem der Übergang zwischen neutral und dunkel langsam (soft) erfolgt

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und andere, bei denen ein harter Übergang vorhanden ist (hard).

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Der Einsatz des optimalen Filter hängt immer davon ab, ob beim Motiv eine harte Kante für den Übergang vorhanden ist oder nicht. Gerade in der Natur hat man es häufig mit eher weichen Übergangen zu tun, hierfür bietet sich die softe Ausführung an. Soll ein Sonnenuntergang etwa über einer Klippe fotografiert werden (harter Übergang), so bietet sich ein Grauverlaufsfilter mit einem harten Übergang an.

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Neben der Art des Übergang gibt es noch unterschiedliche Stärken für die Abdunkelung. Für meinen Test standen mir:

• 0,3 (eine Blende)
• 0,6 (zwei Blenden)
• 0,9 (drei Blenden)
• 1,2 (vier Blenden)

zur Verfügung. Je stärker der Kontrastunterschied zwischen Vorder- und Hintergrund desto stärker muss auch die Abdunkelung ausfallen. Für Sonnenuntergänge bevorzuge ich persönlich Filter mit einer Abdunkelung von drei Blenden.

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Bei Städtepanoramen  hingegen bevorzuge ich nur eine leichte Reduzierung der Helligkeit um eine Blende.

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Hinsichtlich der Verarbeitung bin ich von den Progrey Grauverlaufsfiltern sehr angetan. Durch den straffen Filterhalter ist es möglich, den Verlauf sauber auszurichten und auch Erschütterungen der Aufnahmeeinheit haben keine negativen Auswirkungen. Optisch muss ebenfalls hervorgehoben werden, dass nur eine minimale Verringerung der Bildschärfe festgestellt werden kann. Farblich verhalten sich die Filter, ebenso wie die Neutralgrau-Varianten, äußerst neutral. Eine nennenswerte Farbverschiebung in den abgedunkelten Bereich konnte ich nicht ausmachen.

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Reverse Grauverlaufsfilter

Reverse Grauverlaufsfilter stellen eine Sonderform von Verlaufsfilter dar und werden nicht von allen Filterherstellern angeboten. Progrey hat auch diese Variante im Angebot und so konnte ich auch diese testen. Während ein gewöhnlicher Grauverlaufsfilter über nur einen Helligkeitsverlauf (von hell nach dunkel) verfügt, ist beim Reverse Grauverlaufsfilter noch ein weiterer vorhanden (von dunkel wieder nach hell. Der untere Bereich des Filters ist also wie gehabt hell, anschließend erfolgt ein Übergang hin zum Dunklen um im oberen Bereich schließlich wieder heller (nur heller, nicht neutral wie im unteren Bereich!) zu werden.

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Gerade wer häufig Sonnenuntergänge fotografiert wird an dieser speziellen Form des Grauverlaufsfilters seine Freude haben. Durch die nur knapp über dem Horizont stehende Sonne ist die Szenerie in diesem Bereich (der Mitte des Bildes) üblicherweise am hellsten. Im Vordergrund und auch am oberen Bildrand hingegen ist die Helligkeit geringer. Durch die speziellen Eigenschaften des Reverse Filters kann der Kontrastumfang also optimal eingefangen werden: Vordergrund hell = Filter hell, Horizont mit untergehender Sonne extrem hell = Filter dunkel, Oberer Teil des Bildes mit Himmel hell = Filter hell.

Bei meinen Tests war ich äußerst angetan von dieser Form eines Verlaufsfilters. Natürlich ist das Einsatzgebiet sehr speziell, wer jedoch häufig Sonnenuntergänge fotografiert könnte mit einem Reverse Filter genau das Werkzeug bekommen, was zu noch besseren Ergebnissen führt.

Fazit

Über 8 Wochen arbeite ich nun mit den Progrey Filtern und habe sie in den unterschiedlichsten Situationen eingesetzt: Sonnenuntergänge, Stadt-Szenen zur blauen Stunde, fließende Bäche etc. Mein Fazit fällt nach dieser Zeit äußerst positiv aus. Sämtliche Komponenten sind hervorragend verarbeitet und robust, die Filterhalter haben einen angenehmen Widerstand und ermöglichen somit präzises arbeiten. Die Filter sind optisch ausgezeichnet, reduzieren die Bildschärfe nur in äußerst geringem Maße und sind farblich sehr neutral auch bei sehr langen Belichtungszeiten. Insgesamt lassen sich in den Filterhalter 3 Filter einsetzen, was sehr schöne Kombinationen ermöglicht. Sehr gerne habe ich mit zwei Neutralgraufiltern + einen Grauverlaufsfilter gearbeitet. Somit konnte zum einen die Belichtungszeit erheblich verlängert, zum anderen ein Helligkeitsunterschied ausgeglichen werden. Besonders positiv habe ich zudem auch die beiliegenden Taschen wahrgenommen, welche das sichere Verstauen der Komponenten ermöglichen.

Zwar gibt es am Markt natürlich günstigere Anbieter von Filtern, die Qualität von Progrey jedoch hat mich bei meinen Tests überzeugt. Wer häufig Landschaftsaufnahmen oder Aufnahmen von Sonnenuntergängen macht sollte einen Blick riskieren.

6 Gedanken zu „Progrey-Filter im Test

    1. Joerg Artikelautor

      Hallo Thorsten, vielen Dank für Deine Nachricht. Die Filter sind aus CR-39, also aus Kunststoff. Eben dieses Material wird häufig auch für Brillengläser verwendet.

      Viele Grüße,
      Jörg

      Antworten
    1. Joerg Artikelautor

      Hallo René, die Website von Progrey schweigt sich bezüglich des Materials leider aus. Ich habe soeben eine Anfrage an den Hersteller geschickt und werde Dir hier Info geben, sobald ich eine Rückmeldung erhalten habe.

      Viele Grüße,
      Jörg

      Antworten
    2. Joerg Artikelautor

      Hallo René, habe von Lynn Radeka aus den USA folgende Information bezüglich des Materials erhalten:

      „The GND and RGND filters are made with CR-39 optical resin, the material that eyeglass lenses are made from, and have special coatings. The Genesis ND filters, and the round ND ultimate and extreme filters, are made with glass. The metal components are some sort of aluminum allow which is used to make aircraft parts. According to the manufacturer, it is difficult to obtain this type of metal.“

      Reicht Dir diese Info? Falls nein, melde Dich bitte kurz, dann werden wir eine Anfrage direkt an den Hersteller starten.

      Viele Grüße,
      Jörg

      Antworten

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