Session Templates in Capture One Pro 8 nutzen

Als Capture One User, welcher ausschließlich mit Session arbeitet, hat mich die Ankündigung von Phase One besonders erfreut, in Version 8 nun endlich Session Templates zu unterstützen. Diese Funktion spart mir bei meiner fotografischen Arbeit Zeit, da ich teilweise mit immer gleich aufgebauten Sessions arbeiten möchte. Wie sich ein Template anlegen lässt, zeige ich in diesem Workshop.

Warum ich Session einsetze und vor allem wie, habe ich bereits ausführlich in meinem Workshop Beschleunigung des Workflows durch den Einsatz von Sessions in Capture One Pro 7 dargestellt. Wer also noch unschlüssig ist, ob Sessions das Mittel der Wahnsinn, sollte zuerst einen Blick in diesen Workshop werfen.

Zunächst der Wehmutstropfen: Leider ist es auch in Capture One Pro 8 nach wie vor nicht möglich, die Standardordner selektiv zu erstellen. Wer also beispielsweise niemals den Auswahl-Ordner nutzt, kann auch in der neuen Version dessen Erstellung nicht verhindern. Möglich ist es dagegen, folgende Eigenschaften als Vorlage zu speichern:

  • Sitzungsfavoriten
  • Sitzungsalben
  • Aufnahmeordner
  • Dateibenennung

Die Umsetzung ist dabei denkbar einfach gehalten. Zunächst wird eine neue Standard-Sitzung erstellt und diese individuell nach den persönlich Anforderungen gestaltet. Anschließend kann diese Sitzung als Vorlage gespeichert und vor kommende Projekte wieder aufgerufen werden. Aber der Reihe nach.

1. Erstellung einer neuen Sitzung

Zunächst lege ich eine neue Sitzung an. Hierzu Datei und anschließend Neue Sitzung wählen (oder Alternativ die Tastenkombination Strg + N nutzen).

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Im Sitzungsdialog kann nun bereits eine erste Konfiguration gewählt werden. So können Aufnahme-, Auswahl-, Ausgabe- und Papierkorbordner frei benannt werden. Wer also andere Bezeichnungen verwenden möchte, kann diese in im Dialog entsprechend eintragen. Für unser Beispiel belasse ich alle Ordner wie gehabt und erstelle die Session mit einem Klick auf OK

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2. Anlage von Sitzungsalben

Bei meiner Arbeit im Studio habe ich es mir angewöhnt, in den Shootingpausen über die gemachten Bilder zu schauen und bereits eine grobe Vorauswahl anhand der Sternen-Bewertung vorzunehmen. Wieder zuhause spare ich mir somit einen Teil des Klassifizierungsaufwands. Meine Unterscheidung sieht hierbei ausschließlich Bilder ohne Stern, Bilder mit einem Stern (Aufnahmen, die mir gefallen) und Bilder mit zwei Sternen (meine persönlichen Top-Favoriten) vor. Um die Bilder nun schnell wiederzufinden erstelle ich zwei Smart Alben, welche mir jeweils die Bilder mit einem bzw. zwei Sternen anzeigen. Hierzu gehe ich unter Sitzungsalben auf das kleine Plus-Zeichen und wählen Smart Album

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Anschließend vergeben ich einen Namen (* und **) und konfiguriere das Smart Album entsprechend meiner Vorgaben.

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Unter Sitzungsalben werden meine soeben erstellten Alben nun korrekt angezeigt.

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3. Anlage von Sitzungsfavoriten

Nichts fürchte ich mehr, als einen einzigen Ordner voll mit hunderten (oder gar tausenden?) von Bildern, welche ich sichten muss. Aus diesem Grund habe ich es mir bereits vor langem angewöhnt, für unterschiedliche Aufnahmesets Unterordner zu erstellen. Dies erleichtert es mir schnell und gezielt durch die Bilder zu scrollen, ohne aufgrund der Vielzahl an Schreck zu bekommen. Für ein Mustershooting erstelle ich nun 3 Sitzungsfavoriten. Hierzu auf das Plus-Zeichen bei Sitzungsfavoriten klicken

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und anschließend in das Aufnahmeverzeichnis wechseln.

Dort lege ich nun drei Unterordner an

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und füge diese anschließend in Capture One durch einen Klick auf auswählen ein (dies muss separat für jeden der drei Ordner erfolgen (zumindest unter Windows).

Anschließend stehen unter den Sitzungsfavoriten meine drei angelegten Ordner.

Da meine Shootings üblicherweise mit Set 1 beginne lege ich im gleichen Atemzug diesen Ordner als Aufnahmeordner fest. Hierzu mit der rechten Maustaste auf Set 1 klicken und im Kontextmenü Als Aufnahmeordner festlegen wählen. Das Kamerasymbol neben dem Ordner zeigt an, dass es funktioniert hat

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4. Dateibenennung

Natürlich verwende ich eine ganz bestimmte Dateinamenskonventionen für meine Aufnahmen, diese hängt bei mir aber auch immer vom Aufnahmesubjekt ab. Während ich bei Naturaufnahmen auf jjjjmmdd_Kamerakürzel_FortlaufendeNummer setze ergänze ich bei einem Modelshooting noch den Namen des Models. Dieses Schema möchte ich nun für die Session definieren, weshalb ich zu Dateibenennung wechsle

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Dort klicke ich auf die drei Punkte im rechten Bereich und erstelle mir das Schema wie gewünscht.

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Als Variable für den Namen des Models dient mir der Token Name. Möchte ich diesen für ein Shooting explizit vergeben, so kann ich im Tool Dateibenennung unter Name diesen einfach eintragen.

5. Speichern des Templates

Nachdem nun sämtliche Voreinstellungen erledigt sind muss die neuen Mustersession nur noch als Template gespeichert werden. Hierzu unter Datei Als Template speichern wählen und einen aussagekräftigen Namen wählen.

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6. Anwenden eines Templates

Wie am Beginn des Workshops lege ich zunächst eine neue Sitzung an. Hierzu Datei und anschließend Neue Sitzung wählen (oder Alternativ die Tastenkombination Strg + N nutzen).

Nun kann aus dem Dropdown-Feld Template das soeben Erstellte ausgewählt werden und C1 wird die gesamte Struktur wiederherstellen.

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Natürlich müssen bei der Erstellung eines Templates nicht sämtliche zur Verfügung stehende Möglichkeiten verwendet werden. Wichtig ist, dass damit Zeit und Arbeitsaufwand eingespart werden kann.

 

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