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Epson P-2000

Wahrscheinlich die meisten Fotografen kennen dieses Problem: Gerade im Urlaub macht man noch mehr Bilder als zuhause. Während zuhause allerdings zur Speicherung der Bilder meist unmittelbar der PC zur Verfügung steht, ist man im Urlaub mit seinen Möglichkeiten doch eingeschränkter. Natürlich kann man sich ein Notebook kaufen, was allerdings nicht gerade klein ist und ebenfalls mit einem stolzen Preis zu Buche schlägt. Entscheidet man sich für ein kleineres Sub-Notebook, ist der Preis oftmals sogar noch höher. Also wo hin mit den wertvollen Bilddaten?

Entscheidungsfindung

Genau vor dieser Frage stand ich vor wenigen Monaten. Zwar habe ich ein Notebook, möchte es im Urlaub allerdings ungern mitnehmen. Erstens ist es schwer, zweitens nimmt es im Handgepäck erheblich Platz weg und drittens ist es wieder ein Gerät mehr, auf das man höllisch aufpassen muss. Schnell kam mir also in den Sinn, auf eine mobile Festplatte mit integriertem Kartenleser zurückzugreifen. Ein Blick ins Internet überhäufte mich mit unzähligen Geräten in der Preisspanne von rund 120€ bis hinauf zu 700€. Generell stellte ich fest, dass man im Großen und Ganzen zwischen zwei verschiedenen Arten von mobile Bilderspeichern unterscheiden kann: Gruppe 1 verfügt über kein Display zum Anzeigen der gespeicherten Bildern; Gruppe 2 verfügt über ein solches. Im Vorfeld sollte man sich bereits eingehend Gedanken machen, für welche der beiden Gruppen man sich entscheidet. Da ich das Gerät nicht nur als mobiler Bilderspeicher verwenden wollte, sondern zudem auch um Bilder im Bekanntenkreis in gemütlicher Runde zur Bildpräsentation, entschied ich mich für Gruppe 2. Nach dieser Entscheidung fiel ein sehr großer Teil der angebotenen Geräte, nämlich die ohne Display, aus der Liste der potentiellen Kandidaten heraus. Als nächstes musste ich mich entscheiden, wie groß die eingebaute Festplatte in etwa sein soll. Unter Abwägung meiner Anforderungen kam ich schnell zu dem Schluss, dass 40GB für meine Zwecke ausreichend sind. Darauf festgelegt lichtete sich das Angebot langsam und es kristallisierten sich zwei Geräte heraus: Epson P-2000 sowie Jobo Giga Vu Pro Evolution. Da das Epson Gerät bereits länger auf dem Markt erhältlich ist, lag der Preis natürlich unter dem des Jobo Geräts. Als wichtiges Kriterium betrachtete ich die Unterstützung des RAW-Formats meiner EOS 1D Mark II N. Beide Geräte erfüllten diese Anforderung, und auch bei der Displayqualität war kein nennenswerter Unterschied sichtbar. Deshalb entschied ich mich aufgrund des recht günstigen Preises (299€) für den Epson P-2000.

Zum Gerät

Im Lieferumfang ist ein USB-Kabel, AC-Kabel, Tragetasche, Ständer, 1 Lithium-Ionen Akku sowie natürlich der P-2000 selbst enthalten. Das Gerät selbst ist gut verarbeitet und gibt bei leichtem Druck keinerlei Geräusche von sich. Das Aufladen des leeren Akkus dauerte ca. 2 ½ Stunden, ein Nachteil ist allerdings, dass das Laden nur im Gerät selbst möglich ist. Dadurch wird es unnötig erschwert, mehrere Akkus zu laden und auf eine Reise mitzunehmen.

Nach dem Einschalten fährt der P-2000 recht zügig hoch. Im Menü lassen sich diverse Beispieldateien auswählen (Bilder und Videos), welche die Leistungsfähigkeit des Display demonstrieren sollen. Tatsächlich kommt beim Betrachten richtige Begeisterung auf! Die Bildqualität ist ausgezeichnet, sogar feine Strukturen und Schärfeverläufe lassen sich sehr gut erkennen. Bei Aufnahmen im JPG- Format ist es sogar möglich, in die Bilder hinein zu zoomen. Neben der Möglichkeit die Bilder anzuzeigen, können ebenfalls Aufnahmedaten eingeblendet werden, bei JPG steht des weiteren noch ein Histogramm zur Verfügung (laut Hersteller auch bei einigen RAW- Formaten der Fall, bei Aufnahmen aus meiner 1D Mark II N ist dies allerdings nicht möglich). Das mitgelieferte Beispielvideo lief bei mir ebenfalls flüssig und ohne größere Ruckler mit einer bestechenden Bildqualität ab. Um Bilder und Videos auch auf einem TV ansehen zu können, steht ein AV Ausgang zur Verfügung. Das entsprechende Kabel ist allerdings nicht im Lieferumfang enthalten. Ein Kopfhörerausgang fehlt dem P-2000 auch nicht, wodurch sich das Gerät auch als mobiler Player für Mediadateien z. B. im Zug eignet.

Das Herunterladen der Bilder von einer Speicherkarte geht nicht gerade schnell von statten, hier liegt auch einer der größten Nachteile dieses Geräts. Für 1GB dauerte die Übertragung ca. sechseinhalb Minuten. Für meine Ansprüche genügt diese Geschwindigkeit, einige werden aber sicher Wert auf noch schnellere Übertragung legen.

Die Ausdauer des Geräts ist gut, aber sicherlich nicht optimal. Ich konnte auf mein Gerät rund 14GB an Daten übertragen, bevor der Akku in die Knie ging. Mit diesen Werten komme ich ebenfalls problemlos aus, allerdings kommt hier wieder der Nachteil zu tragen, dass man die Akkus nur im Gerät laden kann. Allerdings müssen 14GB an Daten erstmal fotografiert werden, deshalb denke ich, dass man mit diesen Eckdaten ganz gut leben kann.

Sind die Bilder erstmal auf der Festplatte, können sie zum Sichten eine Slideshow starten. Ob man darauf nun Wert legt, ist Ansichtssache. Dies funktioniert allerdings mit den RAW- Files meiner Kamera nicht! Während dem Betrieb ist das Gerät angenehm leise, die Festplattengeräusche halten sich in Grenzen bzw. sind gut gedämpft. Das Durchblättern von JPG Aufnahmen geht angenehm schnell von statten, bei RAW- Files muss man natürlich Abstriche bei der Performance hinnehmen. Alles in allem aber im grünen Bereich.

Fazit

Nach mehreren Wochen des intensiven Testens bin ich mit dem P-2000 immer mehr zufrieden. Für meine Anforderungen ist das Gerät geradezu prädestiniert, und dass zu einem sehr attraktiven Preis. Wer auf der Suche nach einem mobilen Speichergerät mit erstklassigem Display ist und mit 40GB Speicherplatz auskommt, der erhält mit dem P-2000 ein Top Gerät.

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