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Cloud Computing ist derzeit in aller Munde. Verstärkt noch durch die Ankündigung von Apples iCloud steigen die Nutzungszahlen der Wolke in ungeahnte Höhen. Einer der bekanntesten Anbieter dürfte wohl Dropbox sein, 2GB bekommt man dort vollkommen gratis. Was aber bringt so ein Service nun für Fotografen? Gibt es überhaupt einen Nutzwert, oder ist sowas eher etwas für andere Themengebiete? Ich finde, Cloud Services können einen erheblichen Mehrwert für uns darstellen und möchte deshalb ein paar Möglichkeiten aufzeigen, welche unsere Produktivität erweitern können.
Bereits seit geraumer Zeit nutze ich Dropbox, allen voran wegen der guten Implementierung in meine iOS Geräte. Bei der kostenlosen Anmeldung erhält jeder Nutzer mit seinem Account 2GB kostenlosen Space, womit man schon ein bisschen was anfangen kann. Wird man von einem anderen Mitglied geworben (per Link oder E-Mail), so erhält sowohl das werbende Mitglied als auch der Neuanmeldende 250MB extra geschenkt. Solltet Ihr Euch also über meinen Link anmelden wollen, erhalten wir beide etwas umsonst. Guter Deal, oder?
Wer mit den kostenlosen GBs nicht auskommt, kann gegen Dollars natürlich jederzeit aufrüsten. Angeboten werden sowohl 50GB für 9,99$ pro Monat als auch 100G für 19,99$ pro Monat.
1. Photoshop Aktionen in der Wolke
Gerade Fotografen die ihre Bilder an mehr als einem Gerät mit Photoshop bearbeiten wollen (z. B. Desktop zuhause und Notebook unterwegs) müssen sich zwangsweise eine Möglichkeit überlegen, ihre Aktionen auf beiden Geräten synchron zu halten. Hier liegt also schon die erste sehr gute Möglichkeit, mit der Wolke Zeit und Arbeit zu sparen. Sämtliche von mir verwendete Aktionen habe ich in einem separaten Dropbox Folder abgelegt und greife mit all meinen Photoshop-Instanzen auf dieses Verzeichnis zu. So habe ich alles immer zentral abgelegt und kann meine Aktionen stets ohne großen Aufwand zentral verwalten. Auf mein Dropbox Verzeichnis kann ich übrigens auch zugreifen, wenn ich gerade mal nicht online bin: Bei der Installation wird ein Verzeichnis angelegt, welche sämtliche Dropbox Dateien enthält. Dieses ist selbstverständlich auch offline verfügbar und wird bei jeder Datenverbindung vollautomatisch synchronisiert.
2. Der Lightroom Katalog
Bevor es gleich den ersten Aufschrei gibt: Es funktioniert! Der Katalog kann ohne Problem im Dropbox folder abgelegt werden, da es sich dabei um einen lokalen Ordner handelt, der "lediglich" synchronisiert wird. Somit ist es möglich, von mehreren Geräten auf den Katalog zuzugreifen. Meine persönliche Verwendung sieht so aus: Der Katalog befindet sich in meinem Dropbox folder und ich kann so jederzeit etwas darin suchen, verschlagworten, bewerten etc. Die Bilddaten liegen selbstverständlich auf meinem RAID zuhause und sind von dieser Lösung unberührt. Der Vorteil liegt für mich darin, dass ich auch unterwegs jederzeit mal schnell nach einem Bild schauen kann oder auf der Bahnfahrt (die häufig sowieso länger dauert als geplant) die Bilder vom letzten Shooting verschlagworten kann. Wieder zuhause angekommen synchronisiert sich der Katalog mit meinem Desktop-PC und sämtliche getätigten Aktionen sind identisch. Achtung: Um Probleme zu vermeiden muss peinlich genau darauf geachtet werden, dass nicht von mehreren Systemen gleichzeitig Änderungen an den selben Files vorgenommen wird, da dies zu erheblichen Problemen führen kann. In meinem Fall bin ich mir dieses Umstands bewusst und kann mit diesem "Pferdefuß" leben.
3. Die Sedcard
Wer kennt das nicht: Beim ersten Kontakt mit dem Model findet häufig der Austausch der Sedcard statt. Diese wird also immer wieder stur per E-Mail durchs Web gesendet und verursacht damit mehr traffic als eigentlich notwendig. Ich bin deshalb dazu übergegangen, meine Sedcard im Public-Verzeichnis meines Drobpox-Accounts abzulegen und lediglich den Link dorthin zu versenden. Funktioniert ganz einfach: Sedcard ins Public Verzeichnis legen; Rechte Maustaste auf die abgelegte Sedcard; Im sich öffnenden Kontextmenü Drobox -> "Öffentl. Link kopieren" wählen; Den Link einfach dem Interessenten übermitteln und fertig. Somit muss die Sedcard nicht ständig als Datei verfügbar sein, sondern kann zentral vom Dropbox-Account aufgerufen werden. Klingt nach einer Kleinigkeit, ist in der Praxis aber sehr nützlich.

4. Vorschauen für den Kunden
Nach dem Shooting will der Kunden natürlich möglichst schnell Ergebnisse sehen. Wer nun keinen eigenen Webspace hat, muss die Dateien entweder per E-Mail übertragen (langsam und nicht gerade komfortabel), physikalisch per CD oder DVD verschicken (teuer und nur für einen ersten Überblick umständlich), oder aber bei einem kostenloser Filesharer hochladen. Auch hier kann Dropbox eine schnelle und einfache Lösung darstellen. Wie bereits unter Punkt 3 beschrieben können die Previous in einem entsprechenden Unterverzeichnis des Public folders abgelegt werden und der Kunde erhält einfach wie oben skizziert den Link dorthin.
5. Backup und zentrale Vorhaltung von Presets und Einstellungen
Natürlich lassen sich nicht nur Photoshop Aktionen bequem in der Cloud ablegen und zentral verwalten, sondern natürlich auch viele anderen Einstellungen und Konfigurationen. Hier ein kurzer Auszug dessen, was ich dort vorhalte:
- Druckerprofile
- Photoshop Arbeitsbereiche
- Lightroom Presets
- Softproofs
- Capture One Styles, Arbeitsflächen, Werkzeugvoreinstellungen
Der größte Vorteil für mich hierbei ist die Möglichkeit, bei Wechsel auf ein anderes System jederzeit meine ganz persönlichen Einstellungen laden zu können. Hierfür ist Drobpox natürlich nicht die einzige Möglichkeit, aber eine durchaus ausgezeichnete, wie ich finde.
Grundsätzlich empfehle ich ein regelmäßiges Backup aller bei Dropbox abgelegen Dateien. Es wird natürlich explizit keine Haftung für verloren gegangene Daten übernommen, was konkret bedeutet, dass der Anwender selbst für die Sicherung verantwortlich ist.
Ihr habt noch weitere geniale Einsatzmöglichkeiten für Dropbox? Schreibt mir gerne eine E-Mail an webmaster@jd-photography.de ich werde diese umgehend ergänzen. |