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Sensorreinigung

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Horrorszenario: Nach der Rückkehr aus dem Urlaub stellt man beim Auswerten der Bilder fest, dass auf nahezu allen ein großer, dunkler Fleck zu sehen ist. Oder gar noch schlimmer, viele große Flecken. Nun bleibt nichts anderes übrig, als in mühevoller Arbeit den bzw. die Flecken auf allen Bildern einzeln wegzustempeln, was bei großen Bildermengen natürlich richtig viel Zeit in Anspruch nimmt. Was ist passiert? Durch Objektivwechsel ist Staub ins innere des Gehäuses gelangt und liegt nun auf dem Sensor. Was bei weit geöffneter Blende praktisch nicht sichtbar ist, tritt dafür bei Aufnahmen mit kleineren Blendeöffnungen umso deutlicher hervor -> dunkle Flecken im Bild. Was kann man nun tun, um dieses Verschmutzen weitgesgehend zu verhindern, bzw. einen bereits verschmutzten Sensor wieder sauber zu kriegen? Dieser kleine Bericht soll hierbei eine Hilfestellung geben.

ACHTUNG: Die Durchführung der Anleitungen erfolgt auf eigene Gefahr! Ich übernehme keinerlei Haftung für Schäden, die durch die Durchführung möglicherweise entstehen können!

Vermeidung von Schmutz auf dem Sensor

Eines gleich vorne weg: Schmutz auf dem Sensor lässt sich grundsätzlich nicht komplett vermeiden. Bedingt durch Objektivwechsel und andere Faktoren gelangt über kurz oder lang relativ sicher Staub ins innere des Gehäuses. Dennoch kann durch Beachtung einiger grundsätzlicher Dinge die Verschmutzung reduziert werden. Im folgenden einige Punkte, durch deren Beachtung sich die Verschmutzung zumindest etwas reduzieren lässt:

  • Kamerabody niemals ohne Abdeckung (bzw. Objektiv) herumstehen lassen. Falls kein Objektiv angeschlossen ist, den Body mit der im Lieferumfang enthaltenen Kappe verschließen.
  • Zügige Durchführung von Objektivwechseln. Die Zeit, in der der Body ungeschützt geöffnet ist, so kurz wie möglich halten. Deshalb am besten das gewünschte Objektiv schon vorher bereitlegen, um es umgehend anschließen zu können.
  • Objektive nicht an sehr schmutzigen Orten wechseln. Das bedeutet, das Objektiv beispielsweise in der Wüste bei leichten Sandverwehungen nicht zu wechseln, da es an solchen Orten praktisch unmöglich ist, das eindringen von Staub zu vermeiden. Evtl. vorher im Auto den Wechsel durchführen. Oftmals ist der Wechsel dennoch zwingend erforderlich. In diesem Falle den nächsten Punkt berücksichtigen.
  • Bei Objektivwechseln in sehr schmutzigen Umgebungen die Kamera geschützt halten. Denkbar wäre es, den Body etwas unter eine Jacke oder Abdeckung zu halten, oder auch entgegen der Windrichtung, um zu starkes Eindringen von Staub zu vermeiden.

Reinigung des Sensors

Es gibt wahrscheinlich unzählige Möglichkeiten, den Sensor von lästigem Schmutz zu befreien. Besonders bewährt hingegen haben sich lediglich ein paar. Ich möchte mich hier auf drei verschiedene Möglichkeiten beschränken, die ich allesamt selbst getestet habe und mit deren effizenz ich zufrieden war. Die drei Möglichkeiten werde ich im folgenden Vorstellen. Abraten möchte ich eindringlich vor der Verwendung von Pinseln, da dies zum Verkratzen des Sensors führen kann, aber auch von irgendwelchen chemischen Reinigungsmitteln, da der Sensor sehr empfindlich ist.

Reinigung des Sensors mit einer Klistierspritze

Bei nur leichter Verschmutzung hat sich die Verwendung einer Klistierspritze bewährt. Zu bekommen ist sie in jeder Apotheke, ich selbst verwende eine der Größe 3. Nicht klebender, loser Staub lässt sich damit hervorragend wegpusten, und für den Sensor besteht aufgrund der Tatsache das es sich ledigich um Luft handelt, kaum eine Gefahr der Beschädigung. Gehen Sie zur Durchführung wie folgt vor:

  • Nehmen Sie das Objektiv vom Kamerabody ab.
  • Wählen Sie im Menü der Kamera "Sensorreinigung" aus. Der Spiegel wird nun nach oben klappen und der Sensor liegt frei.
  • Halten Sie den Body der Kamera mit der Öffnung nach unten, damit der Staub beim folgenden Auspusten nach unten herausfallen kann, und nicht nur im inneren der Kamera hin und her wirbelt.
  • Halten Sie die Spitze der Klistierspritze VOR die Öffnung der Kamera (nicht ins innere der Kamera!) und beginnen Sie, leicht hineinzupusten. Handelt es sich nur um leichten, nicht festgeklebten Staub, sollten Sie mit dieser Methode den Staub problemlos entfernen können. Bei etwas hartnäckigerm Schmutz pusten Sie kräfter mit der Klistierspritze hinein.
  • Testen Sie das Ergebnis. Schalten Sie die Kamera aus, der Spiegel klappt wieder nach oben. Stellen Sie eine kleine Blendenöffnung ein (z. B. 22) und fotografieren Sie eine helle Fläche (weiße Wand, Himmel etc.. Laden Sie das Bild auf Ihren PC und betrachten es in der 100% Ansicht. Können Sie keine schwarzen Flecken mehr erkennen, war die Reinigung erfolgreich. Sind die Flecken hingegen immer noch sichtbar, empfiehlt sich die Verwendung eines SpeckGrabber (siehe nächster Punkt).

Reinigung durch Verwendung des SpeckGrabber

Der Hersteller Kinetronics bietet extra zur Entfernung von hartnäckigen Staubpartikeln den SpeckGrabber an. Hierbei handelt es sich um einen etwas längeren, dünnen Stab, an dessen Vorderseite eine Gummiähnliche Fläche befestigt ist. Diese ist leicht beschichtet, damit der Staub an ihr haften bleibt. Der SpeckGrabber ist unter anderem bei Foto Brenner zu beziehen. Gehen Sie zum Reinigen wie folgt vor:

  • Nehmen Sie das Objektiv vom Kamerabody ab
  • Wählen Sie im Menü der Kamera "Sensorreinigung" aus. Der Spiegel wird nun nach oben klappen und der Sensor liegt frei.
  • Legen Sie die Kamera mit der Öffnung nach oben hin, um freien Blick auf den Sensor zu haben (ggf. hilft die Verwendung einer Taschenlampe, da Schmutz im dunklen Kamerahäuse häufig nicht zu sehen ist.
  • Wenn sie den Fussel auf dem Sensor sehen, halten Sie den Speckgrabber über ihn (ohne den Sensor direkt zu berühren!), damit er am Speckgrabber hängen bleibt. Sollten sich mehrere Fussel auf dem Sensor befinden, wiederholen Sie diesen Vorgang.
  • Testen Sie das Ergebnis. Schalten Sie die Kamera aus, der Spiegel klappt wieder nach oben. Stellen Sie eine kleine Blendenöffnung ein (z. B. 22) und fotografieren Sie eine helle Fläche (weiße Wand, Himmel etc.. Laden Sie das Bild auf Ihren PC und betrachten es in der 100% Ansicht. Können Sie keine schwarzen Flecken mehr erkennen, war die Reinigung erfolgreich. Ist jedoch sehr viel Staub auf ihrem Sensor, empfiehlt sich ggf. die Verwendung von SensorSwaps, da mit ihnen flächigeres Arbeiten möglich ist.

Reinigung mit den SensorSwaps

Bei den SensorSwaps handelt es sich um getränkte kleine Tücher, mit denen es durch Verwendung eines Stils möglich ist, über den Sensor zu fahren und diesen so flächig von Verunreinigungen zu befreien. Erhältich sind sie ebenfalls u. a. bei Foto Brenner. Zur Anwendung gehen Sie folgendermaßen vor:

  • Nehmen Sie das Objektiv vom Kamerabody ab
  • Wählen Sie im Menü der Kamera "Sensorreinigung" aus. Der Spiegel wird nun nach oben klappen und der Sensor liegt frei.
  • Befestigen Sie eines der SensorSwaps Tücher am Stil
  • Legen Sie die Kamera mit der Öffnung nach oben hin, um freien Blick auf den Sensor zu haben
  • Führen sie den Stil nun vorsichtig ins Gehäuse ein und streichen mit dem Tuch vorsichtig über den Sensor.
  • Testen Sie das Ergebnis. Schalten Sie die Kamera aus, der Spiegel klappt wieder nach oben. Stellen Sie eine kleine Blendenöffnung ein (z. B. 22) und fotografieren Sie eine helle Fläche (weiße Wand, Himmel etc.. Laden Sie das Bild auf Ihren PC und betrachten es in der 100% Ansicht. Können Sie keine schwarzen Flecken mehr erkennen, war die Reinigung erfolgreich.

Erfahrungsgemäß sollte eine dieser Varianten erfolgreich sein. Auch die Durchführung ist nicht besonders kompliziert, sodass es damit möglich ist, den Sensor zügig zu säubern. Sollte Ihnen das Risiko einer möglichen Beschädigung zu groß sein, können Sie Ihren Body auch problemlos bei Canon in Willich reinigen lassen. Dies sollte im Regelfall ebenfalls zeitnah möglich sein, und sie gehen damit auf Nummer sicher. Hierzu besuchen Sie die Canon Deutschland Homepage und vereinbaren einen Termin zur Reinigung.

© by jd-photography.de

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