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Der zu geringe Dynamikumfang unserer Kamera ist nicht nur lästig, sondern führt leider viel zu oft zu unbefriedigenden Ergebnissen. Konnte man bereits bei der Aufnahme sehen, dass die Kontrastverhältnisse zu groß für den Sensor der Kamera sind, so wäre eine Belichtungsreihe und das spätere Verrechnen als HDR eine gute Möglichkeit. Leider sieht man oft erst viel zu spät, dass eigentlich eine Belichtungsreihe angebracht gewesen wäre und ärgert sich über das eher schlechte Ergebnis. Capture One bietet in seiner neuesten Version 6 eine Art verstecktes HDR Tool an, welche aus einer einzelnen Aufnahme ausgezeichnete Ergebnisse liefern kann. So werden die Tiefen auf sehr natürlich Weise aufgehellt, und die Lichter leicht abgedunkelt. Da diese Funktion nirgends dokumentiert ist, da zur Anwendung das LCC Tool quasi vergewaltigt wird, möchte ich Euch heute ein kleines HowTo zeigen.
Um es gleich vorweg zu nehmen: Natürlich liefert die eingebaute HDR-Funktion keinesfalls so gute Ergebnisse wie bei der Verrechnung von mehreren Aufnahmen, da schließlich nur eine einzige Aufnahme zur Verfügung steht. Ich sehe diese Funktion jedoch als eine wirklich gute Möglichkeit, um Bilder bei denen einfach nur eine Aufnahme vorliegt in ihrem Kontrastumfang zu verbessern. Der besondere Vorteil liegt zudem darin, dass sich diese Vorgehensweise komplett auf RAW-Ebene abspielt, sämtlich Qualitätsverlust also äußerst gering ausfallen.
Anhand des folgendes Bildes möchte ich die Funktion erklären:

Die Probleme dieser Aufnahme liegen klar im zu hohen Dynamikumfang. Da wäre einmal die Bäume im Vordergrund, welche im Blattwerk schon zu dunkel sind und nur noch ganz wenig Details aufweisen. Dem gegenüber steht der sehr helle Himmel und die von den letzten Sonnenstrahlen beleuchtete Albrechtsburg. Ziel der Bearbeitung ist es nun, möglichst viele Details sowohl ins Blattwerk als auch in den Himmel zu bringen.
Hierfür öffnen ich im ersten Schritt den Objektivkorrektur-Reiter in Capture One und wähle unter "LCC" "Analysieren (Staub ausschließen)". Im sich nun öffnenden Fenster lasse ich einfach den Namen des Bildes für das LCC Profil stehen und C1 legt mit der LCC Umsetzung los

Das Ergebnis ist nun eher ernüchternd, geschuldet allerdings den noch zu tätigenden Einstellungen. Nun muss das Kästchen bei "Farbstich" abgewählt und bei "Helligkeitsabfall" angewählt werden

Nun wird der Effekt noch gesteuert, indem unter "Helligkeitsabfall" der Wert in den Bereich zwischen 20% und ca. 35% gergelt wird. Je höher der Wert, desto stärker werden die Tiefen aufgehellt und desto unnatürlicher kann das Ergebnis werden. Der korrekte Wert hängt stark vom Motiv ab, hier ist je nach Situation etwas experimentieren erforderlich. In unserem Beispielbild hat sich die Anpassung bereits gelohnt, das Baumwerk verfügt nun über erheblich mehr Zeichnung als vorher und auch im Himmel sind jetzt die blauen Stellen deutllcher sichtbar. Wichtig ist auch, dass das Ergebnis nach wie vor natürlich aussieht.
All diese Veränderungen waren möglich, ohne die "Schatten" und "Spitzlicht" Regler von C1 zu verwenden, welche aber natürlich im weiteren Bearbeitungsverlauf dennoch zum Einsatz kommen können.

Nach Anwendung der versteckten HDR-Funktion erfolgt nun ganz normal die weitere Anpassung in C1, angefangen von den Farb- und Belichtungskorrekturen bis hin zu lokalen Einstellungen. Nach Anwendung meines Workflows ergibt sich unten stehendes Ergebnis.

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